1. Bild zum Projekt 'Schule/Mehrzweckhalle Salgesch' 2. Bild zum Projekt 'Schule/Mehrzweckhalle Salgesch' 3. Bild zum Projekt 'Schule/Mehrzweckhalle Salgesch' 4. Bild zum Projekt 'Schule/Mehrzweckhalle Salgesch' 5. Bild zum Projekt 'Schule/Mehrzweckhalle Salgesch' 6. Bild zum Projekt 'Schule/Mehrzweckhalle Salgesch' 7. Bild zum Projekt 'Schule/Mehrzweckhalle Salgesch' 8. Bild zum Projekt 'Schule/Mehrzweckhalle Salgesch' 9. Bild zum Projekt 'Schule/Mehrzweckhalle Salgesch' 10. Bild zum Projekt 'Schule/Mehrzweckhalle Salgesch' 11. Bild zum Projekt 'Schule/Mehrzweckhalle Salgesch' 12. Bild zum Projekt 'Schule/Mehrzweckhalle Salgesch' 13. Bild zum Projekt 'Schule/Mehrzweckhalle Salgesch' 14. Bild zum Projekt 'Schule/Mehrzweckhalle Salgesch' 15. Bild zum Projekt 'Schule/Mehrzweckhalle Salgesch' 16. Bild zum Projekt 'Schule/Mehrzweckhalle Salgesch'

Um das neue Schulhaus, die Turn-/Mehrzweckhalle sowie Kantine und Garderoben für den ansässigen Fussballclub der Gemeinde Salgesch in die bestehende Siedlungsstruktur einzugliedern, wurde das Raumprogramm funktionell auf drei Gebäudekörper verteilt. Die neuen, kompakten Volumen bilden zusammen mit dem, von den Annexbauten befreiten, freistehenden alten Schulhaus, der Kirche und dem Pfarrhaus ein schönes Ensemble am neugeschaffen Schulhaus-/Dorfplatz. Durch die Positionierung mit leichten Überschneidungen der neuen Gebäudekörper untereinander und gegenüber den Bestandesbauten entstehen Durchgänge und Verengungen, welche den Dorfplatz fassen sowie die Aussenräume gliedern und voneinander separieren. Durch die zum Schulhaus-/Dorfplatz hin orientierten öffentlichen Nutzungen auf dem Schulareal (Mehrzweckhalle, Musikzimmer und Gesangslokal) wird der Platz zusätzlich belebt und die alltäglichen Aktivitäten der Musik-, Sport- und Kulturvereine selbstverständlich in das Dorfleben integriert.

 

Der Rote Platz, gefasst durch die Turn-/Mehrzweckhalle und das neue Schulhaus, dient dem Sportunterricht im Freien, als kleiner Pausenhof für Ballspiele oder einfach als Aufenthaltsort vor oder nach dem Schulunterricht. Die grossflächigen Verglasungen entlang der Eingangshalle bieten Einblicke in die Turn- und Mehrzweckhalle und lassen sich, je nach Anlass und Witterung grossflächig zum Roten Platz öffnen.

 

Die Setzung der Turn-/Mehrzweckhalle zwischen Roter Platz und Pfarrhaus bildet im nördlichen Bereich des Bearbeitungsperimeters, an gleicher Stelle wie bis anhin, einen geschützten und ruhigen Kinderspielplatz aus. Bewusst etwas separiert von der Schulanlage, in einem überschaubaren Bereich, ist dieser auch von Ausserhalb dem Schulgelände betretbar.

Die grossflächigen Verglasungen der Turn-/Mehrzweckhalle bieten Einblicke in die Turnstunde oder Durchblicke auf den Roten Platz.

 

Der Gebäudekörper des neuen Schulhauses wird durch vor und Rücksprünge gestaffelt und in seiner kompakten Erscheinung verfeinert. Das Schulhaus verzahnt sich so mit seiner Umgebung und bildet zusammen mit Turn-/Mehrzweckhalle und der alten Schule Nischen, Verengungen und Vorplätze. Zum Schulhaus-/Dorfplatz hin lehnt sich die Staffelung an die Fassadengliederung des alten Schulhauses mit seinem Mittelrisalit an und bildet einen gedeckten Vorplatz aus wo sich der Haupteingang zum neuen Schulhaus befindet.

 

Das Schulgebäude wird über ein grosszügiges, separat abschliessbares Foyer betreten; via diesem gelangt man in den zentralen Erschliessungsraum, um den sich zwei Kindergartenzimmer und das Lehrerzimmer gruppieren. Die Anordnung der Kindergärten im Erdgeschoss ermöglicht eine rasche und unkomplizierte Erschliessung ohne die Klassen in den oberen Geschossen zu beinträchtigen. Zentral im Gebäude liegt eine diagonal verlaufende Treppe, welche im Erdgeschoss wie eine Landungsbrücke zu den Unterrichtsräumen in den Obergeschossen vermittelt.

 

Die beiden Obergeschosse beherbergen je drei grosse und zwei kleine Einheiten sowie einen massiven Kern mit zudienenden Räumlichkeiten. Die Raumeinheiten gruppieren sich windmühleartig um den zentralen  Erschliessungsraum und sind in ihrer Geometrie neutral gehalten. Sie können frei als Klassenzimmer, Werk- und Handarbeitszimmer (grosse Einheiten) respektive als Gruppenraum, pädagogische Schülerhilfe & Schulbibliothek oder als Zimmer für  Deutsch für Fremdsprachen (kleine Einheiten) genutzt werden.

 

Um einen ausgewogenen Rhythmus in der Höhenentwicklung des Ensembles zu wahren wurde die Turnhalle in den Boden versenkt. Das ermöglicht die grossen Lagerflächen sowie die Garderoben im Untergeschoss anzuordnen und die Flächenbeanspruchung auf Erdgeschossniveau möglichst gering zu halten. Somit kann die Turnhalle allseitig mit Verglasungen zu den umliegenden Aussenräumen geöffnet werden. Einblicke in die Halle sollen helfen das Gebäude und die darin veranstalteten Aktivitäten im Dorf zu verankern.

 

Erschlossen ist die Halle über den Schulhausplatz/Dorfplatz. Die Eingangshalle entwickelt sich von diesem Niveau entlang des Geländeverlaufs auf das tieferliegende Niveau des Roten Platzes. Die dem Spielfeld seitlich angeordnete Eingangshalle beinhaltet eine Abtreppung die als Zuschauertribüne dient, eine Küche/Buvette für Veranstaltungen sowie genügend Raum um eine Vielzahl von Anlässen in der Mehrzweckhalle abhalten zu können. Je nach Nutzung und Klima können die grossflächigen Verglasungen der Eingangshalle zum Roten Platz geöffnet werden.

 

Das äussere Erscheinungsbild des neuen Schulgebäudes ist von den windmühleartig angeordneten Raumeinheiten und der damit verbundenen Fassadenabwicklung geprägt. Diese Staffelung des Volumens wird mit den pro Flügeltrakt unterschiedlich geneigten Pultdächern verstärkt.

Grosszügige Fenster mit einem kleinen, opak ausformulierten Lüftungsflügel reihen sich pro Geschoss

aneinander und bilden so das Raster an der Fassade ab. Leicht vor- oder rückspringende vorfabrizierte

Betonelemente für Sturz- und Brüstungsbereich vermitteln einen tektonischen Eindruck, welcher sich

in einem schönen Schattenwurf in der Fassade akzentuiert.


Auftragsart: Einstufiger Projektwettbewerb im offenen Verfahren
2. Rundgang
Auftraggeber: Gemeinde Salgesch
Ort: Salgesch, Schweiz
Jahr: 2018
Arbeitsgemeinschaft mit Micha Baumgartner