1. Bild zum Projekt 'Hofackerstrasse Muttenz' 2. Bild zum Projekt 'Hofackerstrasse Muttenz' 3. Bild zum Projekt 'Hofackerstrasse Muttenz' 4. Bild zum Projekt 'Hofackerstrasse Muttenz' 5. Bild zum Projekt 'Hofackerstrasse Muttenz' 6. Bild zum Projekt 'Hofackerstrasse Muttenz' 7. Bild zum Projekt 'Hofackerstrasse Muttenz' 8. Bild zum Projekt 'Hofackerstrasse Muttenz' 9. Bild zum Projekt 'Hofackerstrasse Muttenz' 10. Bild zum Projekt 'Hofackerstrasse Muttenz' 11. Bild zum Projekt 'Hofackerstrasse Muttenz' 12. Bild zum Projekt 'Hofackerstrasse Muttenz' 13. Bild zum Projekt 'Hofackerstrasse Muttenz' 14. Bild zum Projekt 'Hofackerstrasse Muttenz' 15. Bild zum Projekt 'Hofackerstrasse Muttenz' 16. Bild zum Projekt 'Hofackerstrasse Muttenz' 17. Bild zum Projekt 'Hofackerstrasse Muttenz' 18. Bild zum Projekt 'Hofackerstrasse Muttenz' 19. Bild zum Projekt 'Hofackerstrasse Muttenz'

In der Höhe gestaffelte Baukörper bilden eine Abfolge von Höfen, die Treppenhäuser der Wohnungsbauten sind von einer gemeinsamen, im Areal liegenden Gasse her erschlossen . Die Aussenräume sind angemessen dimensioniert, ihre Zuordnung zu Durchwegung und Hauseingängen verspricht gut nutzbare Freiräume.

 

Die Rampe zur Grenzacherstrasse wird entfernt und durch eine Treppenanlage ersetzt. Die Westfassade kann somit auf den zentralen Park ausstrahlen und bildet ein angemessenes
Gegenüber zur FHNW. Die neu gewonnenen Freibereiche werden als Spiel- und Aufenthaltsfläche für die Wohnbebauung vorgeschlagen. Die Verbindung zum Bahnhof wird selbsterklärend und attraktiv an der Nordseite der Bebauung in einer Abfolge von unterschiedlich dimensionierten Aussenräumen geführt. Sowohl in Ost-West, als auch in Nord-Südrichtung, ist die Bebauung für Fussgänger durchlässig mit interessanten Raumfolgen.

 

Die Baukörper werden durch ein durchgehendes 5,55 m hohes Erdgeschoss miteinander verknüpft . Hier kann optional je nach Ausbauwünschen eine Galerie eingezogen werden.
Die Gebäudedurchgänge bleiben durch die Überhöhe attraktiv und gut belichtet. Mit einem sechsgeschossigen Volumen zur FHNW und dem viergeschossigen Gebäude (Sockel plus drei Obergeschosse) zur Hofackerstrasse fügen sie sich massstäblich ins Quartier ein. Positiv vermerkt wird der Einbezug von Baufeld II über einen gemeinsamen Erschliessungshof. Die Zufahrt der Tiefgarage beeinträchtigt allerdings seine Nutzbarkeit.

Dem Bedürfnis nach einem hohen Öffentlichkeitsgrad im Erdgeschoss wird entsprochen durch die konsequente Anordnung von Ateliers, Dienstleistungs- und Gastronomieflächen nach Westen und zur Hofackerstrasse. Die zweigeschossig in Erscheinung tretende Arkadenlösung unterstreicht die Öffentlichkeit, die grosse Raumhöhe verspricht vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.

 

In der Bauweise wird eine einfache, vorgefertigte Stützen-Deckenkonstruktion vorgeschlagen, ausgefacht mit Holzelementen. Vor die Fassaden wird ein selbsttragendes Betongerüst gestellt, das als Aussenraum, Witterungsschutz, Aufenthaltsbereich (Balkone) sowie zur Bewirtschaftung und Begrünung der Fassaden dienen soll. Holzfenster und Holzrollläden, durch das Betongerüst
vor der Witterung geschützt, prägen den Ausdruck der Gebäude. Die hochwertig materialisierte Fassade verspricht eine starke, eigene Identität für die Bebauung. Das Zusammenfassen der Statik in Fachwerkstrukturen führt bei den kleinteiligen, bewegten Baukörpern zu einer hohen Dichte verschiedener Richtungen und architektonischer Elemente, die kontrovers diskutiert wird.

In das regelmässige, statische Grundraster sind attraktive Grundrisse eingearbeitet, die Konzentration der Nasszellen soll mit teilweise loftähnlichen Raumsequenzen in den Wohnungen auf das industrielle Umfeld des Polyfelds verweisen.

 

Gesamthaft handelt es sich um ein gut durchgearbeitetes Projekt, das die Zuordnung von Erschliessung, Aussenräumen und Volumenverteilung im gegebenen städtischen Kontext überzeugend löst. Die übergeordneten Entwurfsgedanken werden in der Architektur konsequent umgesetzt. Die hohe Dichte an Gestaltungselementen wirkt stellenweise etwas überinstrumentiert, allerdings sind die einzelnen Bestandteile aus der Nutzung heraus entwickelt, bieten einen Mehrwert für die Bewohner und sind somit grundsätzlich plausibel.

 

Der hohen architektonischen Qualität steht ein im Quervergleich der Angebote tiefer Landpreis gegenüber.

 

(aus dem Jurybericht)


Auftragsart: Bieterverfahren auf Einladung
Auftraggeber: Bau- und Umweltschutzdirektion des Kantons Basel-Landschaft, Einwohnergemeinde Muttenz, Eigentümergemeinschaft Leumann
Ort: Muttenz, Basel, Schweiz
Jahr: 2019
In Zusammenarbeit mit: Salathé Architekten Basel
Landschaftsarchitektur: Bryum GmbH, Basel
Haustechnik: Waldhauser + Hermann AG, Münchenstein
Investor: Mettler2Invest AG, Basel
Visualisierungen: Studio David Klemmer, Zürich